Friday, August 24, 2007





Iran bizarr - Ahmadinedschads geheimes Doppelleben in Tirol

Die Enthüllung des Jahres: Oswald Sattler - bislang Institution
und schillern
de Figur der Südtiroler Volksmusik - ist in Wirklichkeit Irans Regierungschef Ahmadinedschad. Wir trafen den Tausendsassa in Südtirol und sprachen exklusiv mit ihm über sein Leben als Volksmusikikone sowie über das Iraner Atomprogramm (RTL2).

Pünktlich landet die Maschine aus Teheran in Wien-Schwechat. An Bord befindet sich ein Mann, der wie kein anderer die Außenpolitik der letzten Monate maßgeblich prägte und für reichlich Zündstoff weltweit sorgte. Doch wie so oft bei Figuren, die sich auf der Weltbühne präsentieren müssen und ständig unter massivem Druck stehen, zieht es sie privat in ein anderes Leben, ein anderes Ich.

Niemand auf dem Flughafen hat an diesem Tag auch nur den leisesten Verdacht, wer sich hier gerade im Terminal aufhält, auch wir werden durch eine perfekte Verkleidung getäuscht. So lauschen wir nichts ahnend einem schmuddelig wirkenden Barden mit speckiger Lederhose und Gitarre, der vergeblich versucht, ein paar Groschen zu erhaschen. Voller Mitleid werfen wir ihm ein paar Cent vor die Füße, als sich uns plötzlich Ahmadinedschad durch Aufsetzen seines allseits bekannten debilen Silberblickes zu erkennen gibt. Noch im Moment völliger Verblüffung begrüßt er uns herzlich und klopft uns kumpelhaft auf die Schulter.

Ehe wir uns versehen, sitzen wir bereits auf einem typischen Tiroler Eselskarren und begeben uns auf den Weg zu einer abgelegenen Berghütte in den Südtiroler Alpen. Die Themen der großen Weltpolitik rücken spürbar in weite Ferne und Ahmadinedschad wirkt sichtlich entspannt. Seine perfekte wie perfide Verkleidung scheint einen völlig anderen Menschen aus ihm zu machen. Er scherzt sogar und wir vergessen für einen Moment, wer uns hier gegenüber sitzt.

Zünftig begießen wir noch während der Fahrt Bruderschaft. Die Schnapsflasche ist kaum geöffnet auch schon halb geleert. Nachdem wir ein bizarres Brüderschaftsritual hinter uns gebracht haben, bei dem - nach Tiroler Brauch - splitternackt eine am Wegesrand grasende Ziege eingefangen und auf ihrem Rücken durch die nächstgelegene Ortschaft geritten werden muss, verrät uns Ahmadinedschad mehr über seine Motivation, sich auf diese Art vom stressigen Job des Regierungschefs zu erholen. “Immer nur Koks, Nutten und Nutella, das war noch nie meine Art, mir mal eine kleine Auszeit vom Job zu gönnen.”

Wir kommen zu später Stunde an unserem Ziel an und finden uns inmitten eines idyllischen Bergpanoramas wieder. “Ach, diese herrliche Luft” seufzt Ahmadinedschad, daraufhin betreten wir die für ein Staatsoberhaupt sehr bescheidene 8-Zimmer Berghütte. Lediglich 3 Hunde (Wauzi, Butzi und Blondi) und 12 Katzen leisten Ahmadinedschad Gesellschaft während er hier oben weilt, an seinen Liedern schreibt und sich auf seine Auftritte als Oswald Sattler vorbereitet.

Es ist aufregend, weit weg von zuhause meiner Passion nachzugehen, ja sie regelrecht zu leben, ohne gleich dafür eingesperrt zu werden. Vor meiner Zeit als Regierungschef war das praktisch unmöglich. Ich trat damals unter dem Pseudonym „Mahmud Gustl Bayrhammer“ in Iraner Ziegenställen auf, wurde oftmals nur belächelt und einmal sogar geteert und gefedert. Doch aufgegeben hab ich nie. Heute habe ich es geschafft. Mein Amt ermöglicht es mir, mich von Zeit zu Zeit einem interessierten Publikum in einer authentischen Umgebung zu präsentieren.“

Dabei tat ihm die anfängliche Anonymität seiner Rolle sichtlich gut. „Als ich die Rolle des Oswald Sattler annahm und regelmäßig bei Dorffesten die Sau rauslassen konnte, wie man so schön sagt, das war schon eine ganz besondere Erfahrung für mich. Durch die Enthüllung meiner wahren Person hat sich das schon sehr geändert. Die Leute gehen einfach mehr auf Distanz, sind skeptischer. Da muss man schon Überzeugungsarbeit leisten und vor allem ordentlich Schnaps bereithalten, sonst lassen einen die Weiber erst gar nicht ran. Macht macht zwar sexy, aber zuviel Macht lässt dem Muselmann die Hoden zu Datteln schrumpfen, wie wir im Iran sagen. Der Song „Mein kleiner Freund“ auf meinem Album „Abend über Südtirol“ handelt übrigens von diesen leidvollen Erfahrungen.“

Der Tagesausklang findet in Ahmadinedschads Partykeller statt. Auf dunklen Ledersofas nehmen wir Platz. Ahmadinedschad selbst legt sich lang gestreckt auf einen feuerroten Diwan. Der bereitgestellte Alkohol und der Diwan lassen eine brenzlige Situation entstehen. denn Ahmadinedschad fällt urplötzlich zurück in die Rolle des unbarmherzigen Staatsoberhauptes. Wir müssen Tiroler Heimatlieder singen. Unser Fotograf ziert sich anfangs, doch Ahmadinedschad überzeugt ihn geschwind mit der Hutnadel. Ahmadinedschad beschwichtigt unseren aufgebrachten Kollegen mit den Worten: „Auch mit einem Auge kann der einäugige Diwan seine Fotos schießen.“ Wir singen und trinken noch die ganze Nacht.

Tags darauf lädt uns Ahmadinedschad zum Frühstück ein. Wir treffen uns in einem gemütlichen Café, abseits der Touristenrouten. Es ist ein wunderschöner Tag und Ahmadinedschad entsprechend gelaunt. Bei Kaffee und Käsestullen verrät er uns weitere Details aus dem Leben Oswald Sattlers. Wie die Bevölkerung des Irans auf seinen Spleen reagiert, wollen wir wissen. „Wenn das herauskäme, wäre natürlich die Hölle los. Ich wäre wohl kaum in der Lage, mich weiter an der Spitze der Regierung zu halten. Wir im Iran haben hierzu ein passendes Sprichwort: Wirf die Oma nicht in den Brunnen, wenn du sie nachts heimlich über die Grenze in den Irak bringen und den amerikanischen Teufel die Drecksarbeit erledigen lassen kannst. Die Bedeutung in Bezug auf ihre Frage ist einfach: Wir kontrollieren, was die Gazetten schreiben. Und falls jemand doch mal seine große Klappe nicht halten kann… sie verstehen.“ Er bestellt gleich darauf eine Flasche Grappa für uns alle.

Der Grappa, italienischer Rachenputzer und die Achillesferse des iranischen Regierungschefs. Wir nutzen unsere Chance und sprechen Ahmadinedschad auf die Nordkoreaproblematik an. Erfahren wollen wir, ob er sich Nordkorea politisch verbunden fühlt oder ob er in diesem Staat eine Gefahr für die weltweite Sicherheit sieht.

Nordkorea interessiert mich einen feuchten Kehricht, denn sie haben den großen Iran beleidigt. Setzen Sechs, der Iran wiederholt die 9. Klasse, während sich Herr Jong-il als Klassenprimus aufspielt, seine Bombe platzen lässt und schnurstracks dem Absch(l)uss entgegensteuert. Diese Runde mag an Nordkorea gehen, doch der Iran ist größer und mächtiger als alle Elvisimitatoren und Nordkorea zusammen. Unsere besten Wissenschaftler haben bereits ein Verfahren entwickelt, mit dem wir heikles atomares Material in unser Land schaffen können, ohne dass irgendjemand Verdacht schöpft.“ Zum Beweis schiebt er uns ein Bild herüber, auf dem ein Kernspintomograph nebst kopulierendem Pärchen zu sehen ist.

Das Verfahren ist simpel: Brennstab rein in die männliche Harnröhre und ab mit dem Braten in den Ofen. Die vaginale Ummantelung verhindert das Durchdringen der Strahlung nach außen. In dieser Stellung verharrt das Pärchen bis zur Ankunft im Iran. Der Kernspintomograph dient einzig und allein der Tarnung als wissenschaftliches Experiment der Orgasmusforschung. So blenden wir westliche Kontrollbehörden und kommen dem Ziel immer näher, uns der Unterjochung durch den imperialistischen Westen endgültig zu entledigen.“ Er hebt das randvolle Schnapsglas, blickt träumerisch auf die Alpen und leert es in einem Zug.

Da der nächste Auftritt Oswald Sattlers ansteht, verabschiedet sich Ahmadinedschad dann sehr rasch von uns. Wir bedanken uns herzlich, tauschen sogar Nummern aus. Ein Stückweit verstehen wir den genialen Strategen und Politprofi nun besser, doch so sehr wir ihn für seine vielfältigen Talente, seine Herzenswärme und seinen Verstand respektieren, achten und sogar bewundern, er wird stets ein Mysterium für uns Kleingeister bleiben. Eins ist jedoch sicher: Globalplayer Ahmadinedschad wird in Zukunft mehr denn je diese Welt verändern und gestalten und das auf eine Art, die ihm nicht nur einen Platz in unseren Geschichtsbüchern, sondern auch in unseren Herzen sichert.

(Herr Sattler, ich möchte mich in aller Form bei ihnen entschuldigen, ich hoffe, sie sind ein Freund des geschmacklosen Humors. Harter Stoff, ich weiß. Doch möchte ich weder ihnen, noch ihrer Karriere schaden, sondern ihren Bekanntheitsgrad mit dieser vollkommen fiktiven Geschichte lediglich ins Unermmessliche steigern.)


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