
Nik Herb - Legende vom Bodensee
Unsanft aus dem Schlaf weckte mich meine Teuerste mit den Worten: "Wach auf, ich träumte gerade vom Erstellen unseren Hochzeitsgästeliste!" Ein Rütteln und Ziehen unterstrich ihr Anliegen und riss mich endgültig fort aus meiner Traumwelt zurück in die Realität. Dabei hatte ich einen ähnlich aufwühlenden Traum. Ich stand nämlich an einer Ampel, als plötzlich Nik Herb auf einem Fahrrad dahergeradelt kam und halten musste, denn er hatte rot. Bis hier hin ging der Traum und ich hätte nur zu gern gewusst, wie's ausgegangen wäre.
Nik Herbs Auftauchen in meinem Traum machte mich stutzig. Was hatte dieser Kerl in meinem Traum zu suchen? Um zur Lösung dieses Rätsels zu gelangen, möchte ich Sie auf eine kurze Zeitreise entführen.
Wir befinden uns im Jahre 1997. Ich besuche die 10. Klasse des Ado... räusper Alexander von Humboldt Gymnasiums. Zu erledigen: Suchen Sie sich eine einwöchige Praktikumsstelle ihrer Wahl! Gesagt, getan.
In Zusammenarbeit mit einem Klassenkameraden, der schon mit seiner Boygroup (sic!) von Nik Herb persönlich produziert wurde, wurde der Kontakt hergestellt. Ein Termin in Nik Herbs Tonstudio folgte. Hier erfuhr ich interessante Details aus Nik Herbs Leben, wie z.B. sein kurzweiliger Durchbruch auf dem asiatischen Markt mit seiner damaligen Band. Es muss Ende der 80er Jahre gewesen sein, als Nik mit seiner Band (den Namen habe ich leider vergessen) junge asiatische Frauenherzen höher schlagen ließ. Großes Vorbild der Band war die Band "Europe", die mit dem "Final Countdown" den Rest der Welt eroberte. Heute zeugt einzig, aber sehr eindrucksvoll Nik Herbs Frisur von diesen vergangenen Zeiten.
Leider hatte mein Klassenkamerad mit seiner Boygroup die Rechnung für das Studioaufnahme noch nicht so ganz abbezahlt, weshalb das Praktikum ins Wasser fiel, was eine äußerst bittere Erfahrung für mich gewesen war.
So landete ich für eine Woche bei einem Anwalt. Warum, weiß ich bis heute nicht. Genauer gesagt war ich den beiden Sekretärinnen zugeteilt, die mich mit dicken Ordnern zum Lesen versorgten. So verbrachte ich die ersten 3 Tage stumm an einem Schreibtisch mit dem Lesen von stinklangweiligem "Altpapier" bzw. sogenannten interessanten Fällen. Der Donnerstag versprach Besserung. Von einem Anwalt der Kanzlei wurde ich eingeladen, an einer öffentlichen Verhandlung teilzunehmen, kam allerdings zu spät, da ich Landgericht mit Amtgericht verwechselt hatte. So musste ich während der bereits laufenden Verhandlung den Saal betreten, und zog mir den stillen Zorn des Rechtsanwaltes zu, der mich "eingeladen" hatte. Meinen eigentlichen "Chef" bekam ich in der ganzen Woche für höchstens fünf Minuten zu Gesicht. Den Freitag bekam ich frei, was mich nicht weiter störte, denn noch einen weiteren Tag Akten lesen, hätte ich nicht überstanden. Jura schied nun definitiv als zukünftiger Studiengang aus.
Fazit: Nik Herb wäre wirklich viel spannender gewesen, schon allein wegen seiner Frisur.

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